„Ey, du bist ja voll der Hipster!“
Schon mal gehört? Oder vielleicht
schon mal gesagt?
Bei der Recherche zu diesem Post, habe
ich mich auf einigen Internetforen herumgetrieben und mir
durchgelesen, was die Online-Welt so zum Thema „Definition:
Hipster“ zu sagen hat.
Schließlich, soll man sich ja erst mal
ein Bild machen, bevor man über irgendetwas herzieht, oder?
Von „Was ist ein Hipster?“ bis „Was
muss ich anziehen um ein Hipster zu sein?“ gab es einige Fragen mit
zugehörigen Antworten, die bei mir heftiges Lachen ausgelöst haben.
Vor allem die Frage in Testversion:
„Wie groß ist dein Hipsterpotential?“
Zitiert man aber Wikipedia aus einem
Artikel namens „Hipster (20. Jahrhundert)“, bekommt man schon
einmal so etwas zu lesen:
„Der Hipster ist eine modernere,
US-amerikanische Ausprägung des europäischen Bohemien des 19. und
frühen 20. Jahrhunderts.“
Bohemien? Ja, klar, ich muss hier mal
zugeben, dass ich schon eine kleine „Boho“-Affinität habe.
Aber das Modewort „Hipster“ soll
Geschichte haben?
Also doch keine Hipster von morgen,
oder wie?
Müsste ich aus dem Bauch heraus eine
Definition geben, dann würde ich wahrscheinlich sagen: „Das sind
doch die mit den spruch-bedruckten Jutebeuteln, die in grünen
Parkas, Beanies und Nerdbrillen durch die Gegend laufen, und sich für
originell und individuell halten.“
Aber auf den zweiten Blick könnte
wahrscheinlich jeder von uns von sich sagen, er hält sich für
originell und individuell.
Ist ja auch nicht schwer, das ist
schließlich ein Grundbedürfnis des Menschen: Selbstverwirklichung.
Allerdings ist der gemeine „Hipster“
dabei auch noch – man glaubt es kaum – hip!
Was das jetzt genau heißen soll? Das weiß wohl keiner so genau.
Wikipedia weiß zumindest:
„Das diese Begriff für den
Außenstehenden […] nicht völlig verständlich war, zeigt sich am
besten in einer bekannten 'Definition', die der Jazz-Altsaxophonist
Cannonball Adderley gegeben hat: 'Hipness is not a state of mind,
it's a fact of life.'“
Aha.
Oder doch „hä“?
Wohl doch keine Selbstverwirklichung,
denn die fällt für meine Definition schon unter „state of mind“
…
Alles zusammengeworfen würde das dann
ja wohl geben: Man wird als Hipster geboren. Oder eben nicht.
Andere Definitionen werfen einfach alle
Künstler, Musiker, Schriftsteller und Linksaktivisten in einen Topf und rühren
dreimal um.
Die „Hipster (21. Jahrhundert)“
Version von - ja, schon wieder - Wikipedia fügt noch hinzu, dass er im 21. Jahrhundert ein Teil einer
anti-mainstream Subkultur mit Szenenbewusstsein ist.
Aber damit hier nicht der Eindruck
entsteht, Wikipedia wäre meine einzelne verlässliche Quelle, hab
ich hier mal in einer Checkliste für den Hipster
zusammengefasst was meine Forenrecherche so ergeben hat:
- er ist individuell
- er hört Arctic Monkeys (ups), oder intellektuelle Musik (was auch immer das sein soll)
- er ist anti-mainstream (ehem, ja, deswegen gibt es auch so wenige …)
- er trägt Klamotten die nicht zusammenpassen, die aber schön sind, H&M geht zur Not auch, so zwischen Gangster und Skater … [ … ] ← hier bitte alles einsetzen was es so gibt, Grenzen sind offensichtlich keine gesetzt
- er raucht, vor allem kifft er
- sowohl Männlein als auch Weiblein setzen auf androgyn und edgy
- das Dreieck ist für ihn ein Nonplusultra
- er ist faul und teilt die „Yolo-Mentalität“
- er fährt ein altes Fahrrad mit 3-Gang-Schaltung und Rücktrittbremse
- DIE GOLDENE REGEL: ein Hpster bezeichnet sich niemals selbst als Hipster!
Zuletzt habe ich – zu meinem großen
Entzücken – noch eine Website gefunden, die anscheinend Extra für
meine Recherche erstellt worden ist: hipsterhype.de
Das ist kein Scherz.
Und das erste was man liest, ist
sinngemäß 'Hipster sind keine Unterhosen'. Gut, dass das jetzt
geklärt ist.
Der Rest überfordert einfach nur noch
heillos.
Ich zitiere: „das 'Hipstertum' [ist]
in erster Linie eine Geisteshaltung“, „Zwar würde man es auf
Grund des lässigen Styles der Hipster nicht vermuten, aber sie sind
meinst sehr gebildet und haben einen Abschluss in Kunst, Mathematik
oder anderen Wissenschaften und sind künstlerisch/kreativ sehr
begabt.“, „Im Prinzip ist der Hipster ein individuelles
Massenphänomen“
Das Ergebnis ist eindeutig:
Der Hipster ist ein Phantom.
Keiner will es zugeben, aber alle
wollen es sein, doch was es ist, das weiß keiner.
Na toll.
Hier ignoriere ich einfach mal, dass
ich den Hipster-Test tatsächlich bestanden habe, und schließe mit
dem was wir alle an Hipstern eigentlich gut finden müssten, egal wie
wir zu diesem Thema stehen: man kann auch über sie Witze reisen.


Sehr guter Artikel.
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